liquid – die solipartyreihe

#raumlos. Wie man unseren Projekten entnehmen kann, beabsichtigen wir ein soziokulturelles Zentrum in Kleve zu eröffnen. Wir haben auch eine geeignete, aber noch geheime und vor allem unfertige Location in Aussicht. Um diese umzubauen und brandschutzmäßig auf vordermann zu bringen, brauchen wir eine Menge Kohle. Wir haben bereits Mittel vom Fond Soziokultur bewilligt bekommen, aber das reicht erstens vorne und hinten nicht und zweitens darf das Geld nur für bestimmte Ausgaben verwendet werden. Umbaumaßnahmen sind damit leider nicht abgedeckt. Kurz: wir sammeln „Spenden“. Wir haben beschlossen dies auf eine für alle Seiten angenehme und unaufdringliche Art zu tun – und zwar hauptsächlich durch das Veranstalten von Soliparties. Liquid.

Die erste Party, die HipHop Edition mit technoidem Ende, veranstalteten wir am 26.3.2016 im Theater im Fluss in Kleve. Das war möglich, weil Osterferien waren und im Theater keine Kurse oder Aufführungen stattfanden. Da es sich um eine ziemliche Spontanentscheidung handelte, hatten wir lediglich 2 Wochen Vorlaufzeit für die Promo. Es hat jedoch nur ein paar Stunden gedauert, bis wir vier DJ’s für unsere Sache begeistern konnten. Funk Zanta, DRZ, Herb Sun und Ketaninchen. Wir haben dann den kompletten Saal, inklusive Zuschauertribühne, leer geräumt und in den „leeren raum“ verwandelt.
Unser Ziel war es 200 Gäste auf der Liquid I glücklich zu machen und natürlich den ersten Schwung der anfallenden Kosten für unsere Location zu decken. Eintritt 5€ und eine ordentliche Getränkekarte sollten uns dabei helfen. Becks, Astra, Fritz, Club Mate und diverse Shots und Longdrinks – wir hatten alles da, was man sich auf einer ordentlichen Party wünscht. Da wir kein Geld hatten, haben wir auf eine großartige Deko verzichtet und stattdessen Licht eingesetzt, Banner mit unserem Logo gemalt und aufghängt. Keep it simple. Dann war da noch der Quatsch mit der Zeitumstellung. Wir haben aber beschlossen, diese zu ignorieren und erst nach der Party die Uhr umzustellen. Wir lassen uns doch nicht eine ganze Stunde klauen!
Dann, der 26., 20Uhr, die Türen gehen auf. Wird alles klargehen? Wirds voll? Die Facebookstatistiken ließen uns auf die gewünschten 200 Gäste hoffen.
Gegen 1 Uhr hatten wir das Ziel beinah erreicht. Ca. 170. Aber die haben für 300 gefeiert und getrunken! Nach neuer Zeit wurde bis 8 Uhr gefeiert und getanzt. Keine Komplikationen, keine nörgelnden Nachbarn. Alle gingen glücklich und von einer guten Sache überzeugt nach Hause. Und wir fielen erschöpft und zufrieden ins Bett. Wir haben gezeigt, dass wir da sind und etwas vorhaben!

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Nachbesprechung, Abrechnung und schon ging es an die Planung der nächsten Party. Unser Ziel ist es, jedem Genre, das es wert ist und in Kleve bisher zu wenig oder gar keinen Platz hat, eine eigene Partyreihe zu widmen. Als nächstes stand also eine ordentliche Technosause an.
Wir hatten zwischenzeitlich zu einer Infoveranstaltung eingeladen, um neue Mitglieder, Interessierte und Partner zu gewinnen. Bei diesem Treffen kam Andre „Gerrie“ Gerritzen vom Radhaus Kleve auf uns zu und bat uns Unterstützung an. Nach einem weiteren Treffen war klar, der „leere raum“ wird zu Gast im Radhaus sein. Das geile: zwei Floors (Saal und Cafe). Auch hier dauerte es nicht lange, bis wir ursrpünglich 9 DJ’s für uns gewinnen konnten, um für eine gute Sache zu spielen. Alexander Machts, Smartek, Pinkey, Hüttenhausen, Easz, Parth, Toeknee Tee, Perseid und Ketaninchen, der sich langsam zu einem Resident mausert. (Leider schmierte der Rechner von Hüttenhausen ab und alle benötigten Tracks verschwanden. Er musste leider absagen, erschien aber trotzdem um zu feiern) Konzept: ein Floor Techno, ein Floor House. Hart und Sonnig. Nachteil im Radhaus war allerdings, dass wir keine Shots und Longdrinks anbieten durften. Aber damit konnten wir uns abfinden. Dafür war es uns gestattet, alles so zu machen wie wir es wollten, solange das Haus so zurück gegeben wird, wie es uns übergeben wurde. Hieß: anders als sonst geht die Party bis sieben Uhr morgens, anders als sonst, schließt die Bar erst, wenn der letze DJ den Floor dicht macht. Wir hatten ja durch die erste Party etwas Geld und kauften somit etwas plüschige, verbimmelte Deko für den House Floor. Die Deko im Saal, überließen wir den Boys von der Partycrew Obzsöne Töne, mit denen wir in Zukunft sicher noch die ein oder andere Sache machen werden. In einem Dekoladen fanden wir ein Pinkes Kanninchen, das umgehend zum Maskottchen der Party wurde. „Follow the Pink Rabbit to Technowonderland“ wurde das Motto und wir dokumentierten die Reise des Kaninchens zum Radhaus in Form von Fotos, die auf Facebook für die eine oder andere Interaktion sorgten. Das Kaninchen kam rechtzeitig am 25.5. um 22 Uhr im Radhaus an und es ging los. Ziel 300 Gäste und ein bisschen Kleingeld. Um eins hatten wir dieses Ziel bereits erreicht und der Zustrom riß nicht ab! Die DJ’s feuerten aus allen Rohren und das Radhaus verwandelte sich in das versprochene Technowonderland. Die Menge jolte, kreischte, stampfte und versprühte einen Haufen Liebe, der uns ein riesiges Lächeln auf die Lippen zauberte. Dann gegen 3:30 beschlossen wir die Kasse zu schließen, alle Türen zu öffnen und einfach nur noch zu feiern, da wir unser Ziel mehr als erreicht hatten: 576 zahlende Gäste + ca. 30 Leute von uns und Gästelistengäste. Es war wunderschön! CandyAndi und CandyGirl, schrill und bunt verkleidet, verteilten Süßigkeiten, Glitzer-Karina schminkte die Gäste bunt, die rote Thekendame heizte den Gästen an der Bar ein, der Bass wummerte, die Schwarzlichtdeko strahlte, Plastik-Flamingos wechselten die Besitzer und reisten im ganzen Radhaus herrum, glückliche Gesichter überall – kurz: Technowonderland war Wirklichkeit geworden. Irgendwann ging die Sonne auf, es war irgendwann 7 und wir hatten eine weitere überzeugende Party hingelegt. Die Resonanz am nächsten Tag: überwältigend. Wir können es selbst kaum glauben, dass das Wirklichkeit gewesen sein soll. Aber 600 Menschen rufen nach mehr! Alle danken allen für den wohl geilsten Rave, den das Radhaus je gesehen hat. Und das ist bestimmt nicht der letzte!

Es geht für uns natürlich nahtlos weiter und man darf sich auf die nächste Edition der Liquid Soliparty freuen. Und bald schon werden wir das Ziel erreichen: ein neues soziokulturelles Zentrum in Kleve! Und vor allem die Neubelebung des Nachtlebens und der Sozioklutur in Kleve! Follow the pink rabbit. Join the collectiv „der leere raum“. DO IT YOURSELF!

P.S.: Danke an alle DJ’s, an Theater im Fluss, an AudioVision Kleve, ans Radhaus Kleve, an den Kulturraum Kleverland und alle die den „leeren raum“ unterstützen!